Kälteexposition: Wissenschaftliche Grundlagen und Effekte
Wissenschaftliche Grundlagen der Kältewirkung Kälteexposition wirkt auf mehreren, miteinander verknüpften Ebenen des Körpers und des Nervensystems. An der Schnittstelle steht das thermoregulatorische System: periphere Kälterezeptoren in Haut und Weichteilen (u. a. über TRP‑Kanäle wie TRPM8) melden Temperaturabfall an das Rückenmark und weiter an das zentrale Steuerzentrum im Hypothalamus. Der Hypothalamus integriert diese Informationen mit visuellen, vestibulären und metabolischen Signalen und triggert autonome Antworten zur Aufrechterhaltung der Kerntemperatur – etwa gesteigerte Sympathikusaktivität, Gefäßverengung in der Haut und, bei stärkeren Reizen, zitternde Muskelaktivität (Schüttelfrost) oder Aktivierung braunen Fettgewebes für nicht‑zitternde […]
Physiologie der Kältewahrnehmung: Mechanismen und Reaktionen
Physiologische Grundlagen der Kältewahrnehmung Die Wahrnehmung von Kälte beginnt an spezialisierten Thermorezeptoren in Haut und tiefen Geweben: In der Haut reagieren primär kaltempfindliche sensorische Neurone, die TRPM8‑Kanäle (und teilweise TRPA1) exprimieren, auf Absenkungen der Temperatur. Diese Nozizeptoren und Thermorezeptoren gehören zu A‑delta‑ und C‑Fasern; A‑delta‑Fasern vermitteln schnelle, scharfe Kälteempfindungen, C‑Fasern langsame, diffuse Empfindungen und das Gefühl von Unbehagen. Zusätzlich gibt es „tiefe“ Thermosensoren in Muskulatur, Gelenken, Eingeweiden und Rückenmark, die vor allem das Innenklima und Zustandsänderungen des Kernbereichs registrieren und so die zentrale Thermoregulation mit Informationen über lokale und systemische Temperaturzustände versorgen. […]